7.
Dezember 1835
Der Tag an dem Alles
begann
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Aufbruch in ein
neues
Zeitalter: Wir schreiben den 7. Dezember 1835. In Deutschland tritt die
erste Dampflok
in Aktion. Mit damals sagenhaften 35 Kilometern pro Stunde geht es auf
der Ludwigsbahn von
Nürnberg nach Fürth. Eine Fahrt, die den Lauf der
Geschichte
veränderte
Bis 1840 wurden auf deutschem Gebiet mehr als 500 Streckenkilometer
gebaut, kurz vor dem Ersten Weltkrieg ist mit mehr als 58 000
Kilometern der Höhepunkt erreicht. Heute umfasst das deutsche
Streckennetz rund 38 000 Kilometer. Und das alles, weil ein paar
beständig-dickköpfige Franken von der neuen
Technologie derart überzeugt waren, dass sie
Bei der britischen Firma Stephenson orderten sie eine Dampflok und einen Waggon. «Der Adler wurde zerlegt, in 20 Kisten verpackt, mit dem Schiff nach Köln gebracht und dann auf Fuhrwerke verladen», erzählt der Direktor des Nürnberger DB-Museums, Jürgen Franzke. Im Mittelpunkt stand der britische Lokomotivführer William Wilson, über den das «Stuttgarter Morgenblatt» schwärmte: «Keinen Augenblick müßig, auf alles achtend, die Minute berechnend, da er den Wagen in Bewegung zu setzen habe, erschien er als der regierende Geist der Maschine und der in ihr zu der ungeheuren Kraftwirkung vereinigten Elemente .»Diese «Kraftwirkung» wälzte in den kommenden Jahren die Gesellschaft um und befeuerte den Wandel vom Agrar- zum Industriestaat. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stieg die Bahn zum Massentransportmittel auf und wurde neben der Stahlindustrie, dem Kohlebergbau und dem Maschinenbau zu einer der Säulen der Industrialisierung. Schon bald war sie aus der Logistikkette der Wirtschaft und der Versorgung´der Bevölkerung nicht mehr wegzudenken, unterstützte Landflucht ebenso wie Tourismus. Für die Menschen wurde dadurch nicht nur der Alltag anders: Die neuen Kommunikations- und Reisemöglichkeiten ließen die zersplitterten deutschen Kleinstaaten im öffentlichen Bewusstsein näher zusammenrücken und stärkten so die Idee einer geeinten Nation. 1848 reisten viele mit dem Zug zu Revolutionskundgebungen. Der britische Ingenieur Richard Trevithick konstruierte 1804 die erste brauchbare Lokomotive mit einer Dampfmaschine. Sie zog in einem Stahlwerk in Wales einen Zug mit zehn Tonnen Eisen und 70 Arbeitern. Sein Kollege George Stephenson baute das Stahlross «Locomotion No.1», das 1825 auf der weltweit ersten öffentlichen Bahnstrecke zwischen den englischen Städten Stockton und Darlington verkehrte. Schnell entdeckten aber auch die Machthaber die Vorzüge des neuen Transportmittels. Im Ersten Weltkrieg kamen unzählige Soldaten mit Zügen an die Front. Nach Kriegsende wurden die Bahnen der verschiedenen Länder in der staatlichen Deutschen Reichsbahn vereinigt. Ihr gehörten damals - Familienmitglieder und Pensionäre mitgerechnet - rund fünf Prozent der Bevölkerung an. Für die Ludwigsbahn, auf der alles begann kam im Jahr 1922 jedoch das Aus.
Die deutschen
Eisenbahngleise erreichten im Jahr 2009 mit einer
Gesamtlänge von 37 934 Kilometern mehr als drei
Viertel des Erdumfangs am Äquator. 19 701 Kilometer
davon sind elektrifiziert. Im Vergleich dazu gibt es im fast
gleichgroßen Nachbarland Polen 19 764
Gleiskilometer, von denen 11 891 elektrifiziert sind. Mit
deutschen Zügen sind 2009 mehr als 1,9 Milliarden Passagiere
gefahren.Zudem wurden 341 Millionen Tonnen Güter
transportiert. Im Jahresdurchschnitt nutzt jeder Bundesbürger
23,2
Mal einen Zug.
/dpa, Th/HM
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